Erlebnisse und Rezepte binationaler Familien

Gefüllte Teigtaschen aus Benin (Pâté) – und gibt es typisch afrikanisch?

Ein Beitrag von Julia G.Town

Zu Anfang eine kurze Anekdote: In unserer Stadt hat ein Restaurant mit dem Namen „Mama Afrika“ eröffnet. Die Besitzer*innen kommen eigentlich aus Somalia und Äthiopien und das Essen im Restaurant ist wirklich sehr lecker, aber es definitiv nicht repräsentativ für einen Kontinent mit 54 Ländern.

Neulich hörte ich bei einer Unterhaltung zu, wo sich Leute darüber beschwerten, dass das Restaurant denn gar nicht „afrikanisch“ genug sei. Was meinten sie denn damit, wollte ich provokativ wissen. Die Inneneinrichtung war für meinen Geschmack mit Kitsch, Klischee und Exotismus überladen. An der Wand waren die obligatorischen Zebra-Bilder aufgehängt und irgendwo stand eine Giraffe aus Holz.

Und jetzt sind wir schon beim eigentlichen Knackpunkt: Haben die Besitzer*innen das Restaurant „Mama Afrika“ genannt, weil sie wussten, dass es genau das ist, was die potenziellen Kunden anziehen würde? Der leichte Hauch von Exotismus, der Gedanke an etwas „Fremdes“ und an genau die wilden Tiere, die dann auch tatsächlich an der Wand abgebildet sind? Ich behaupte, dass niemand auf die Idee kommen würde, ein Restaurant „Mama Europa“ zu nennen – und falls doch, wäre sicher jede*r Europäer*in eingeschnappt, wenn jemand auf die Idee käme, das dort angebotene Essen sei repräsentativ für die Küche aller europäischen Länder, geschweige denn für einen Kontinent oder das Restaurant wirke nicht „europäisch“ genug.

Ähnlich ist es beim jährlichen „Afrika Festival“ in Würzburg: An den Essensständen werden Känguru-Burger und Straußensteak als vermeintlich „afrikanisches Essen“ verkauft, weil es genau das ist, was die Leute wollen – während meine Freunde aus verschiedenen afrikanischen Ländern nur den Kopf schütteln, weil sie nie etwas ähnliches gegessen haben. Niemand möchte hören, dass es in den Hauptstädten von vielen afrikanischen Ländern u.a. eine bunte Mischung aus Fastfood, Eisdielen, Pizza, Burger, Sushi oder indischem Essen gibt. Das entspricht aber genau der Realität von den Großstädten, die ich besucht habe (Cotonou in Benin, Lomé in Togo und Accra in Ghana). Natürlich gibt es dann auch noch regionale Spezialitäten oder traditionelle Gerichte. In Benin gibt es viele leckere Reis- oder Bohnengerichte, schmackhafte Erdnusssoße, aber auch Maisbrei. Die Gerichte und Essgewohnheiten sind also sehr vielfältig – so wie das vermutlich bei vielen Menschen in verschiedenen Ländern der Fall ist.

Das Rezept, das ich heute vorstellen möchte, sind leckere gefüllte und frittierte Teigtaschen, die man in drei unterschiedlichen Varianten (Hackfleisch/Fisch/vegetarisch) füllen kann. Die Teigtaschen sind ein toller Snack für zwischendurch und eignen sich auch super als Fingerfood, für ein Picknick oder für Gäste.

Für den Teig:

600 g Mehl

1 EL Backpulver

1 EL Salz

2 Eier

250 g lauwarme Milch

50 g geschmolzene Butter

Für die Füllung:

Petersilie, klein gehackt

½ Tube Tomatenmark

400 g Hackfleisch, alternativ Kabeljaufilet oder Gemüse

1 Karotte, klein gehackt

1 Zwiebel, klein gehackt

1-2 Zehen Knoblauch, klein gehackt

Öl (z.B. Rapsöl) zum Anbraten und zum Frittieren

Salz, Pfeffer, Paprikapulver

Füllung

Für die Füllung Zwiebel, Knoblauch und Gemüse in der Pfanne anbraten; dann das Fleisch oder das zerkleinerte Fischfilet dazugeben. Wenn alles schön angebraten ist, mit ½ Tube Tomatenmark vermengen und nach Belieben würzen.

Den Knetteig ausrollen und mit einem Glas Kreise in den Teig stechen (bei mehr Füllung entsprechend größere Kreise ausschneiden). 2-3 EL von der Füllung in der Mitte eines jeden Kreises platzieren und die Kreise in der Mitte zusammen klappen. Mit einer Gabel die Ränder gut zusammen drücken. Wichtig, dass sie beim Frittieren nicht wieder aufgehen.

Öl in einem Topf erhitzen und ca. 2-3 Teigtaschen gleichzeitig 5 Minuten lang im heißen Öl frittieren. Aus dem Topf entnehmen und mit einem Stück Küchentuch kurz abtupfen.

Am besten warm genießen. Guten Appetit!

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