Erlebnisse und Rezepte binationaler Familien

Immer die gleiche Frage

Immer die gleiche Frage

Als J. und ich uns kennen lernten war meine 2. oder 3. Frage an ihn: Wo kommst du eigentlich her? Und er antwortete: Aus Peru. Ich kann von Glück reden, dass er auf die Frage nicht mit den Augen gerollt oder gar geantwortet hat: Aus meiner Mutter. Das ist nämlich seine bevorzugte Antwort auf diese Frage, die ihn wirklich immer und überallhin begleitet. Ich habe anfangs seine Gereiztheit nicht nachvollziehen können bis wir einmal an in einen Döner-Imbiss kamen und der Verkäufer – offensichtlich mit Migrationshintergrund – ihn ebenfalls mit der Frage angesprochen hat. Er war die dritte (!) Person an diesem Tag nach der Verkäuferin im Supermarkt und dem Wartenden an der Straßenbahn-Haltestelle, die ihn mit der Frage konfrontierten. An diesem Tag verstand ich, dass er wirklich keine Lust mehr hat auf diese Frage zu antworten und zwangsläufig seine halbe Lebensgeschichte vor der fremden Person auszubreiten. Es ist für Personen mit einem offensichtlichen Migrationshintergrund fast nicht möglich ein neutrales Gespräch in Deutschland zu starten, das nicht nach 2-3 Sätzen auf die Abstammung zu sprechen kommt. Das ist zwar auf der einen Seite verständlich (wir werden ja im Ausland auch oft gefragt, wo wir herkommen), aber auch auf die Dauer sehr ermüdend. Von daher wäre es wirklich wünschenswert, wenn wir uns mehr auf den Menschen und weniger auf seine äußere Andersartigkeit konzentrieren würden. Z.B. könnte man ja einfach fragen: Wie es ihm / ihr geht? Ob er / sie einen schönen Tag hatte oder einfach die Klappe halten!

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