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Fernreise mit Kleinkind

7 Tipps für eine Fernreise mit Kleinkind

Um die schönste Zeit im Jahr an einem sonnigen Strand oder einer quirligen Großstadt zu verbringen, liegt oft eine mehr oder weniger lange Reise vor uns. Dieses ist bereits für uns Erwachsene ein anstrengendes Unterfangen. Wenig Schlaf in einer unbequemer Haltung, die Schleimhäute austrocknende Klimaanlage, der verzweifelte Versuch ein Miniatur-Brötchen aufzuschneiden (ohne den Nachbarn zu berühren versteht sich) um tief gefrorene Butter auf selbigem zu verteilen sind nur ein paar Beispiele der Unannehmlichkeiten, die wir hierfür auf uns nehmen. Mit einem Kleinkind im Schlepptau wird das Ganze noch einmal gesteigert.

Für den Familienbesuch in Peru haben wir dieses auf uns genommen. Unsere Tochter war zu dem Zeitpunkt 3,5 Jahre alt und der Flug dauerte non-stopp 13 Stunden – nicht gerade ein Sonntagnachmittagsausflug. Im Folgenden möchte ich einige Hinweise und Tipps geben, welche die Reise mit Kind etwas erleichtern:

  1. Flugzeiten: Die Abflugzeit sollte gut überlegt und gewählt werden und im optimalen Fall dem Rhythmus des Kindes entgegen kommen. Geht der Flug beispielsweise in den frühen Morgenstunden, muss man damit rechnen ein übermüdetes und entsprechend quengelndes Kind zu haben. Für uns war es hilfreich Flüge zu finden, die jeweils abends gingen und damit die Chancen gut standen, dass sie die meiste Zeit des Fluges schläft. Häufige Umsteige vom viel Gepäck und langen Wartezeiten sind hier ebenfalls ein Ausschlusskriterium.
  2. Wahl des Sitzplatzes: Bis 2 Jahre dürfen Kinder auf dem Schoss der Eltern sitzen. Danach ist ein eigener Sitzplatz Pflicht. Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich unabhängig vom Alter des Kindes einen eigenen Sitzplatz für den Nachwuchs bevorzuge. Selbst bei einer kurzen Strecke von 2 Stunden o.ä. kann ein auf dem Schoss sitzendes Kind sehr schwer und sehr lästig werden. Weiterhin gibt es bei großen Flugzeugen die Möglichkeit eine „Familienreihe“ zu buchen. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass man zum einen mehr Beinfreiheit hat und zum anderen ein Baby-Bassinet (=Schlafkörbchen) in der Front einhängen kann. Dieses Baby-Bassinet ist aber nur für Babys bis ca. 6 Monate oder 8 Kilo geeignet. Man sollte hierbei berücksichtigen, dass die Reihe immer hinter den Toiletten platziert ist und manchmal ein heller Bildschirm über einem leuchtet (abhängig vom Flugzeugtypen). Wir haben uns für eine äußere Reihe mit 3 zusammenhängenden Plätzen entschieden. Obwohl der Flieger auf beiden Flügen recht gut gebucht war, konnte zumindest einer von uns Erwachsenen einen freien Platz ergattern, so dass unsere Tochter sich über 2 Sitze zum Schlafen ausstrecken konnte.
  3. Das sollte ins Handgepäck: Möglicher Weise eine Selbstverständlichkeit für viele Mamis, aber neben dem Offensichtlichen wie Windeln, Tücher, Schuller etc. sollten auch Wechselkleidung eingepackt werden. Zum einen aufgrund des anderen Klimas am Ankunftsort, zum anderen weil es sehr gut möglich ist, dass zwischendrin ein Malheur passiert. Wacklige Klapp-Tische und ein unruhiges Kleinkind passen nicht gut zusammen. Gleich danach kommen Getränke (Hinweis: Wenn ihr beim Sicherheitscheck angebt, dass diese für eure Kinder sind, dürfen sie mitgeführt werden!) und ESSEN – und damit meine ich nicht gegen den Hunger, sondern vor allem als Beschäftigung. Hierbei auf kleine handliche Snacks achten, z.B. Kekse in Tier-Formen, Studentenfutter, Popcorn oder ähnliches.
  4. Natürlich dürfen Spielsachen nicht fehlen: Diese sollten möglichst leicht und klein sein. Gut geeignet sind hier z.B. Pixi-Bücher, Sticker-Bücher, Water Wow bzw. Aqua Doodle (= Malen mit Wasser statt mit Farbe), Kartenspiele wie Quartette, Cube-/ Würfel-Puzzle … und bloß nicht das Lieblingskuscheltier oder die Einschlafmusik vergessen!
  5. Koffer für die Kleinen: Es gibt inzwischen sehr schöne Kinder-Gepäckstücke (z.B. von trunki), die hervorragend als Handgepäck eingesetzt werden können. Die Koffer haben Rollen, so dass sie entweder selbst vom Kind gezogen werden können oder dass sich das Kind selbst daraufsetzt. Das macht Spaß und fördert im Optimalfall auch die Selbständigkeit der Kids, da sie mit darauf achten müssen, dass nichts verloren geht.
  6. Zusätzliche Gadgets: Die meisten kennen ja bereits die Nacken-Kissen, die viele mit in den Flieger nehmen. Es gibt darüber hinaus auch aufblasbare Sitzverlängerungen / Fußstützen oder Kinder-Flugzeugbetten. Wir haben uns aufgrund der Länge unseres Fluges auch so etwas angeschafft, aber auf der Reise nicht gebraucht. Von Stokke gibt es hier die JetKids-Kofferserie, welche die Sitzfläche verlängert und so ein Kinderbett simulieren soll.
  7. Zum Schluss noch ein Tipp, der sich eher um den Aufenthalt vor Ort dreht. In nicht wenigen fernen Ländern wirken sich die regionalen Speisen und Hygiene-Umstände auf unser Verdauungssystem aus – ich sage nur Montezumas Rache. Ich hatte eine wirklich vorbildliche Reiseapotheke dabei und war für alle Eventualitäten gerüstet. Nichts davon hat geholfen! Meine Tochter und ich konnten über einige Tage die Wohnung nicht verlassen. Ich erspare euch die Details. Aber eine Sache hat uns innerhalb von wenigen Stunden wieder auf die Beine gebracht: Coca Cola (das Original!) Wer weiß, vielleicht ist es auch für euch die rettende „Medizin“.

Wenn ihr noch weitere Tipps habt, ergänzt diese gern unten in den Kommentaren und teilt eure Erfahrung mit anderen Familien.

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