Erlebnisse und Rezepte binationaler Familien

Küche und Kultur

Zeig mir dein Essen und ich kenne deine kulturellen Wurzeln

Die peruanische Küche ist weltweit bekannt und Lima wird in vielen Reiseführern als die kulinarische Welthauptstadt bezeichnet. Das kommt nicht von ungefähr, sondern hängt unter anderem damit zusammen, dass das Land dank seiner verschiedenen Klimazonen reich ist an Gemüse, Früchten, Gewürzen, Schoten und Meeresfrüchten aller Art.

Bereits seit seiner Kindheit kennt und liebt J. vor allem frisch zubereitetes Essen. Dieses hat er in Deutschland auch weiter fortgeführt. Und so beschäftigt man sich unweigerlich mit den verschiedenen Zutaten und fragt sich so manches Mal: Wer hat sich wohl einst dieses Rezept ausgedacht?

So kommt Perus bewegte Geschichte mit ins Spiel: Schon vor der Kultur der Inkas haben die Urvölker Perus Mais, Kartoffeln, Quinoa, Aji und andere Lebensmittel gekannt, verzehrt und zum Teil angebaut. Mit der Kolonialisierung der Spanier kamen völlig neue Dinge wie Getreide, Milch oder Äpfel ins Land. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Limette zu, die in Peru gute klimatische Voraussetzungen vorfand und die wichtigste Zutat für das heutige Nationalgericht „Ceviche“ darstellt. Weitere Einflüsse kamen mit afrikanischen Sklaven nach Südamerika, die für die spanischen Besetzer auf den Plantagen arbeiten mussten, da die indigene Bevölkerung aufgrund von Kriegen und Krankheiten kaum noch existierte. Afrikanische Einflüsse lassen sich z.B. an Speisen wie Rinderherz-Spießen, den Anticuchos, oder der eingeführten Yuca-Wurzel ablesen. Weitere Migrationsbewegungen haben ihren Ursprung in Asien. Durch die Chinesen kamen Reis, Sojasoße oder Ingwer ins Land. Heute versteht man unter „Chifa“ traditionelle chinesische Gerichte mit peruanischen Zutaten.

Auch wenn die Umstände, durch welche diese kulinarischen Einflüsse ins Land kamen, keinen rühmlichen Ursprung haben (= Unterdrückung, Gewalt etc.), so sind sie Teil des Alltags geworden und haben sich mit dem bereits Vorhandenen vermischt.

Lässt sich dieses Beispiel für Vielfalt nicht auch auf unsere Gesellschaft übertragen? Durch neue Einflüsse entstehen innovative Ideen und führen uns hin zu bisher noch nicht dagewesenen Kreationen, Gesprächen etc. Natürlich ist nicht jedes neue Gericht, jede neue Idee, ein „Bestseller“ aber zumindest ist es einen Versuch wert, es auszuprobieren. Denn wer will schon jeden Tag das gleiche essen?

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